Mittwoch, 11. März 2020

Bonanzarad-Bibel Teil III: It's a mens world!

Bonanzaräder sind Männersache, so eine weitverbreitete Meinung. Tatsächlich zeigen zeitgenössische Fotos überwiegend Lausbuben in Jeansjacke, die stolz auf Highrisern posieren. Klar, ein Bonanzarad orientiert sich ja am machohaften Image eines Rodeoreiters oder Musclecar-Piloten. Mädchen? Nee, die spielen in den 70ern lieber mit Barbiepuppen.
Immerhin tauchen in den 70ern hier und da junge Frauen auf Highrisern auf - zaghaft zwar, doch die Marketingfuzzis haben wenigstens versucht, das Bonanzabike zu gendern. Denn was Jungs für cool halten, findet ja auch oft bei gleichaltrigen Mädchen Anklang.

Typische Werbung der 70er: Junge mit Bonanzarad
In den USA standen Frauen schon früh im Fokus der Vermarkter. Die Firma Schwinn, Hersteller des legendären Stingray, brachte bereits Mitte der 60er Spezialversionen mit tiefem Durchstieg und weiblichen Farben in die Geschäfte. Das Ganze war dann mit einem wenig schmeichelaften Text versehen: "There are Sting-Ray models for the girls too." Klingt irgendwie nach zweite Wahl, finde ich.

Die entsprechenden Modellen firmieren dann als "Fair Lady", "Lil Chick" und "Stardust". Wie erfolgreich sie waren und welche Stückzahlen sie im Vergleich zu den männlichen Stingray erzielten ist nicht überliefert. Ich vermute, dass zumindest die richtig toughen Ladys sich eher auf ein (verwindungssteiferes) Jungen-Stingray geschwungen haben, als mit einem "Für-Dich-Gibt-Es-Auch-Eine-Mädchen-Version" durch die Gegend zu cruisen.
Die Engländer setzten für den Raleigh Chopper ganz bewusst auf weiblichen Charme.

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