Montag, 7. April 2014

Mit dem Stadtrad rund Hamburg: Zeitfahren der besonderen Art zum Nulltarif

Fahrtenbilanz: Null Euro, 10 Stationen, nichts bezahlt

















1650 Stadträder, 129 Stationen, fast 220000 Kunden - Stadtrad Hamburg ist unbestritten ein Erfolgsmodell. Die meisten Fahrten bleiben unter 30 Minuten und damit kostenfrei. Das brachte mich auf eine Idee: einmal rund Hamburg, von der südlichsten, über die östlichste, nördlichste und westlichste Station zurück zum Ausgangspunkt. Und das ohne einen Cent zu zahlen. Eine logistische und sportliche Herausforderung.


Besonders bei Studenten ist die Masche beliebt: Stadtrad ausleihen und in unter 30 Minuten zur Uni oder nach Hause pesen. Billiger kann man in der Stadt nicht mobil sein. Denn bis zu  einer halben Stunde ist die Stadtrad-Nutzung kostenfrei. Gut für die Ausleiher, schlecht für den Betreiber, da Stadtrad Hamburg wenig Geld in die Kasse kommt. Sollte die Strecke zu weit sein, um unter 30 Minuten zu bleiben, wird das Stadtrad oft schnell an einer Station zurück gegeben, danach erneut angemietet und die Fahrt danach fortgesetzt. Mit dieser Methode bleibt die Ausleihe auch bei längeren Touren gratis.

Mir hat neulich ein regelmäßiger Stadtradfahrer berichtet, dass er das System sehr schätzt und das ganze Jahr gerne nutzt. Seine Begründung klingt logisch: Er habe immer ein gepflegtes und funktionierendes Rad zur Verfügung, für das keinerlei Kosten entstehen. Das brachte mich auf eine etwas schräge Idee.
Station xyxy: Wilhelmsburg/Am Inselpark. Hier startet mein Rennen gegen die Zeit
Die Frage: Beim Blick auf die Karte mit den Stadtrad-Standorten wunderte ich mich, ob eine Reise von den Stations-Extremen in jeder Himmelsrichtung möglich ist, ohne Kosten zu verursachen. Anders gefragt: Funktioniert eine Rundtour durchs Hamburger Stadtgebiet mit möglichst wenig Zwischenstopps über die größte geographische Ausdehnung des Stadtradnetzes zum Nulltarif?

Der Plan: Vom südlichsten Ausleihpunkt fast direkt vor meiner Haustür auf der Elbinsel Wilhelmsburg erst zum östlichsten beim Otto-Versand, dann zum Stations-Nordpol Stellingen, weiter an den Standort, der Amerika am nächsten liegt, zurück zu meinem Startplatz beim IBA-Gelände.

Das Zeitfahren: Um Punkt zwölf Uhr schiebe ich meine Kreditkarte in den Leseschlitz, wähle das Stadtrad mit der Nummer 7626, los geht's. Der kürzeste Weg in die Innenstadt führt über den so genannten Loop - ein bis zu vier Meter breiter Fahrradhighway, auf dem Radfahrer stellenweise Vorrang vor den Autofahrer haben. Blaue Leitstreifen sowie Markierungssteine zeigen die Richtung. Parallel zur Wilhelmsburger Reichsstraße komme ich flott voran. Nach knapp 20 Minuten erreiche ich Veddel und passiere die hübsche Feuerwache.
Feuerwehrwache Veddel
Hier irgendwo endet der Loop ohne das ich es bemerke. Die Fahrradstraße ist eine feine Sache. Nirgends in Hamburg kommt man mit dem Rad so zügig und sicher vorwärts wie auf dieser Schnellverbindung. Hoffentlich wird der geplante Ausbau auf über 30 Kilometer Länge nun schnell voran getrieben.

Dem Stadtteilen auf der Elbinsel tut das gut. Das Schmuddel-Image von Wilhelmsburg stimmt schon länger nicht mehr. Das Quartier kommt in Mode. Es ist richtig lebenswert geworden. Klar, ich muss so was sagen, schließlich habe ich kürzlich den Sprung über die Elbe gemacht, meinen Wohnsitz verlegt und entdecke den Stadtteil nun mit neugierigem Blick. Das geht bekanntlich mit dem Fahrrad am besten.

Gepflegt präsentiert sich der breite Radweg beim IBA-Dock, der mich gut ausgeschildert auf die Elbbrücken leitet. Hier ist es aber vorbei mit der Radfahr-Herrlichkeit.
So genannter "Radweg" auf den Elbbrücken
Der Weg rüber ins alte Hamburg führt über einen schmalen Streifen zwischen Leitplanke und Geländer. Viel zu eng, um andere Radfahrer zu überholen oder für Begegnungsverkehr. Eine gefährliche Querung. Darum setzt sich der Verein Zukunft-Elbinsel und andere Gruppierungen für eine Freigabe der Busspur für Fahrradfahrer ein. Inzwischen gibt es dazu auch eine Petition an die Hamburger Bürgerschaft.

Beim Bridge Hotel lande ich auf der tosenden Straße. Seit 22 Minuten bin ich unterwegs. Keine Zeit, umständlich die Straßenseite zu wechseln. Ich gebe Gas, rolle ein kurzes Stück an der Hochwasserschutz-Baustelle vorbei hinein nach Rothenburgsort. Noch sechs Minuten. Natürlich habe ich mir vorm Start die Lage der Stadtrad-Stationen eingeprägt. Die nächste liegt an der Billstraße vor der Baubehörde. Tempo, Tempo. Es könnte knapp werden. Dann fällt mir auch noch krachend das Navi vom Lenker. Mist! Zum Glück geht nichts kaputt, aber das kostet eine halbe Minute.

Nach 28 Minuten und 50 Sekunden verriegele ich Stadtrad 7626 an der Station. Puh, ganz schön knapp. Erstmal eine Schluck trinken. Dann wieder Karte ins Terminal und 7626 erneut angeklickt. Mit einem surrenden Geräusch gibt das Rad den Sperrbügel frei. Schon sitze ich wieder im Sattel. Durch Hamm und Hohenfelde fahre ich nach Uhlenhorst. Viele Ampeln bremsen mich ein. Der Schnitt sinkt. Vor allem die großen Querstrassen wie die Wandsbeker Chaussee nerven, weil mir die Rotphasen ewig vorkommen. Egal, ich habe genug Zeitpuffer als ich der Station Mundsburg mit gleich zwei weiteren Stadtrad-Nutzern eintreffe.
Station Mundsburg vor den markanten Hochhäusern
Überhaupt fällt auf, wie viele Radfahrer auf den schweren Leihmaschinen unterwegs sind. Selbst jetzt um die Mittagszeit sehe ich viele damit durch die Gegend fahren; meistens pedalieren ihre Ausleiher zügig. Smaltalk? Eher nicht. Klar, man versucht schließlich unter der 30-Minuten-Kostengrenze zu bleiben.

Ein Phänomen, das übrigens auch bei den Fahrern der Car2Go- und Drive-Now-Carsharing-Autos zu beobachten ist. Die fahren fast immer (zu) schnell. Zeit ist Geld. Im Falle eines Car2Go kostet jede Minute 29 Cent. Wer steht schon gern im Stau oder an der roten Ampel wenn die Kostenuhr tickt?

Weiter geht's. Über die stark befahrene Bramfelder Chaussee rolle ich in nordöstliche Richtung und erreiche viel schneller als erwartet den Otto-Versand. Doch wo ist die Stadtrad-Station? Vor dem Versandhaus stehen jede Menge Fahrräder. Rechts gibt es sogar ein Fahrradparkhaus. Nur kein Stadtrad-Terminal. Das versteckt sich  hinter einem kleinen Gebäude ist offenbar nur für die Otto-Mitarbeiter eingerichtet worden. Ebenso wie die direkt daneben liegenden Car2Go-Parkplätze. Gleich acht blauweiße Smarts parken dort. Der Otto-Versand ist Sachen Mobilitätsangebot für Mitarbeiter ein Vorzeigeunternehmen.

Station Otto-Versand
An meiner dritten Station das gleiche Prozedere wie zuvor: Rad verriegeln, Karte einschieben, Rad wieder entriegeln und wieder ab in den Sattel. Etwa zwei Kilometer geht es zurück auf der Bramfelder Chaussee, denn biege ich ab auf den Ring 2, muss umständlich die Fuhle passieren und erreiche die City Nord. Hier geht es flott voran. Aber die Radwege sind oft eine Zumutung. Sie sind zu schmal. Noch schlimmer ist aber ihr Zustand. Bauwurzeln drücken das Pflaster oft so stark nach oben, dass 7626 sich wie ein unwilliger Esel über diese Bodenwelle quält.

Barmbek, Ring 2 Richtung City Nord
Die Stadträder sind zwar extrem stabil, aber durch das hohe Gewicht auch unkomfortabel und träge. Außerdem könnte die Gabel bei diesem schlechten Wegezustand gerne eine Federung vertragen. Im Braamkamp geht es bergab, hinein nach Alsterdorf. Ich kriege richtig Tempo drauf, aber angenehm fühlt sich das nicht an.

Ab nach links in den Lattenkamp. An der U-Bahn-Station erreiche ich meinen vierten Zwischenstopp. Inzwischen habe ich Routine: Entleihe beenden und gleich wieder beginnen. Auf Richtung Hagenbeck. Die Station beim Zoo ist momentan der nördlichste Ausleihpunkt des Hamburger Stadtradsystems. Hinter den Kulissen wird über einen weiteren Ausbau gestritten. Offenbar ist unklar, wer die Kosten dafür übernimmt. In Karlsruhe wurde das entsprechende Angebot der Bahn bereits wieder abgeschafft. Sehr schade. Eine Erweiterung des Stadtrad-Netzes, zum Beispiel nach Harburg, scheint nur möglich, wenn sich innovative Unternehmen wie Unilever und Beiersdorf an der Finanzierung beteiligen.
Eppendorf: Schönes Wohnen zu extremen Preisen

Am Ausleihpunkt Hagenbeck habe ich erstmals Probleme. Ich kann das Stadtrad nicht zurück geben, also die Miete nicht beenden. Statt dessen wird mir im Display mein persönlicher Verriegelungscode angezeigt. Den benötigt man, wenn man das Rad nur parken, aber nicht zurückgeben will - beispielsweise um Einkäufe zu tätigen. Aber ich will nicht einkaufen. Ich will die Miete beenden, wenn auch nur für eine  Augenblick. Der Countdown läuft. 26 Minuten, 20 Sekunden zeigt die Stoppuhr auf meinem Naiv. Ruhig Blut. Noch mal versuchen. Wieder geht es nicht, wieder wird nur mein Code angezeigt. Verdammt. Was ist hier los? Haben die in der Zentrale mein merkwürdiges Treiben bemerkt und mir die Rückgabe aus Rache unmöglich gemacht?

Nervös wähle ich die die Stadtrat-Hotline und lande in der Warteschleife. Gleichzeitig schiebe ich mit dem Handy am Ohr das Rad zu einem der Verriegelungspoller. Bislang hatte ich versucht, das Rad freistehend zu verriegeln. Sollte eigentlich kein Unterschied sein. Und siehe da: An einem der Poller klappt es. "Rückgabe erfolgreich", meldet das Display. Endlich! Uhrencheck: 27.57 Minuten. Gerade nochmals gut gegangen. Ich drücke die rote Taste auf meinem Handy. Die Stadtrad-Zentrale brauche ich nicht mehr. Zum Glück. Hätte sonst wohl nur blöde Fragen gegeben, was ich denn da mache und so.

Gut gelaunt setzte ich mich wieder auf 7626 und gehe die vor mir liegende Strecke in Gedanken durch. Hagenbeckstraße, Eimsbüttel, Osterstraße, Altona - so sieht sie aus, meine imaginäre Karte im Kopf. Die Gegend hier ist nicht unbedingt meine Westentasche, eher so was wie das Innenfach eines Sonntagsanzugs, den ich nie trage. Wo geht es noch mal zur Fruchtallee? Rechts oder links? Ich entscheide mich für rechts. Ein Fehler. Unnötig schlage ich einen Haken über die Kieler Straße. Ich bin einen Kilometer zu weit nach Westen abgedriftet.

Station Völckerstraße
Doch dann bin ich wieder in der richtigen Spur: Über die Kieler Straße geht es auf die Strese, unterm Bahntunnel durch nach links in die Kohlentwiete. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass es doch wieder eng wird. Bis zur Station Völckerstraße habe ich nur noch drei Minuten; dürfte gerade reichen. Und es reicht. Der Ausleihpunkt Völckerstraße ist quasi eine zweigeteilte Station. da es in Altona eng ist, parken die roten Räder, die für so machen inzwischen sogar zu einem Wahrzeichen von Hamburg avanciert sind, auf beiden Seiten der Völckerstraße. Ich bediene mich am letzten freien Riegel. Die Rückgabe funktioniert nun wieder reibungslos. Mir dämmert: So lange noch ein Riegel frei ist, ist dieser zu benutzen. Erst wenn alle Stellplätze besetzt sind, klappt die Rückgabe auch ohne direkt an den Pfosten zu stehen.

Hamburgs teuerste Straße
Navigationstechnisch bleibt es schwierig. Der Weg zur Station sieben führt mich durchs Herz von Altona und Ottensen. Radfahren ist hier nicht schön. Es ist zu eng und unübersichtlich; alles ist vollgeparkt. Radwege? Fehlanzeige. Während ich über die Altonaer Unzulänglichkeiten nachdenke, schießt plötzlich ein weißer Fiat Uno auf mich zu, verfehlt meinen Lenker nur um Zentimeter. Mann, das war eng.

Zum Glück ändert sich das beklemmende Gefühl auf der Elbchaussee. Hier gibt es Platz. Tief Luft holen, die Frühlingsluft genießen. Dann geht es steil bergab. Durch den Donnerspark fahre ich runter zur Elbe; eine wunderbare Strecke über gepflegte Sandwege. Hier macht das bleierne Stadtrad Spaß; es liegt satt und ruhig auf der Fahrbahn - herrlich.
Donners Park
Die Station Neumühlen ist die westlichste der 129 Hamburger Radstationen. Und offenbar eine der neuesten. Denn hier sehe ich erstmalig ein anderes, moderner wirkendes Ausleihterminal. Doch das täuscht. Das Ding sieht zwar nach High-Tech aus, funktioniert aber langsamer als an allen bisherigen Stationen. Rückgabe und Neu-Ausleihe von 7626 dauern jedenfalls länger. Irgendwie scheint hier die Funktechnik nicht optimal zu klappen. Das sollten die Stadtrad-Techniker mal durchchecken. 
Neumühlen gehört aber definitiv zu den schönsten Stadtrad-Stationen. Wo sonst gibt es einen spektakulären Blick auf auslaufende Containerriesen? Gleich zwei XXXL-Frachter schieben sich nacheinander über die Elbe. Jetzt habe ich sogar etwas Zeit. Denn als nächste Station habe ich den Fischmarkt angepeilt. Das sind nur wenige Kilometer und hat taktische Gründe. Da die Strecke zurück nach Süden durch den Alten Elbtunnel führt und das Teilstück nach Wilhelmsburg zu den längeren gehört, will ich mich mit möglichst großem Zeitbudget auf die Reise machen. Darum stoppe ich am Fischmarkt nochmals für die "Rückgabe-Neuausleihe-Prozedur".

Kaistraße: Auf dem Stadtrad eine echte Steigung
Dennoch gehört die Strecke zu meiner achten Station zu den anstrengendsten. Da ich das Kopfsteinpflaster auf der Großen Elbstraße vermeiden will, wähle ich den Anstieg zum Altonaer Balkon. Die Kaistraße hat nur ein paar Steigungsprozente, auf dem Stadtrad bedeutet das aber erster Gang und kräftig treten; die Straße steigt halt spürbar an. Wo es hoch geht, geht es auch wieder runter. Und so genieße ich die zügige Fahrt über die Palmaille in die Breite Straße. Dabei überholt mich ein Werkstattwagen von Stadtrad Hamburg. Wenn die wüssten.

Station Fischmarkt
Die Fischmarktstation ist ziemlich leer gefegt. Schnell buche ich mich aus, gleich wieder ein und fahre weiter Richtung Landungsbrücken. Vorbei an den Strandclubs erreiche ich just in time den Elbtunnnel-Aufzug und kann quasi durch die geöffnete Tür rollen - perfekt. Mit mir teilen zwei weitere Radfahrer den Fahrstuhl. Der Elbtunnel wird als Radfahrerverbindung nach Süden immer beliebter.

Um so mehr ärgert es mich, dass kürzlich von der Hamburg Port Authority eine Maut für Radfahrer für die Elbtunnel-Befahrung ins Gespräch gebracht wurde. Ein Unding! Wer denkt sich so etwas aus?  Wenn Hamburg es ernst meint mit der Radverkehrsförderung, darf man möglichen Umsteigern nicht mit Kosten drohen. Veddel und Wilhelmsburg werden gerade als Wohnquartiere interessant, der Radverkehr belebt sich und dann so ein blödes Störfeuer. Also liebe HPA, bitte nächstes Mal woher überlegen, was ihr da so in die Welt setzt oder setzen lasst.
Wegweisung für Radfahrer
Durch Hafengebiet komme ich flott vorwärts, passiere erst die Ellerholzbrücke, dann die Ernst-August-Schleuse. Beim Blick nach links werden ich nachdenklich. Dort liegt ein weitläufiges Rangiergelände der Bahn. Genau dort hatte im Juli 2006 der Pilot des bekannten Wasserflugzeugs aus dem Hafen eine Notlandung hinzulegen. Leider ohne  Erfolg. Fünf Menschen kamen dabei tragisch ums Leben. Eine Tragödie. Seit dem hat Hamburg kein Wasserflugzeug mehr auf der Elbe. Zwei Kilometer weiter bin ich mitten im Reiherstieg-Viertel. Hier liegt die Stadtrad-Station prominent in der Veringstraße. 

Station Veringstraße
Endspurt durch die Weimarer Straße. Diese und andere Strassen führen ganz unaufgeregt vorbei ein braven Einfamilienhäusern, Kirchen, Kitas. Wilhelmsburg ist in diesen Ecken wunderbar unaufgeregt. Überhaupt präsentiert sich Hamburgs größter Stadtteil unglaublich vielfältig und naturnah. Mit gefällt das gut.

Die ungewöhnliche Stadtradtour lehrt also nicht nur was über das Verleihsystem und den Zustand der Radwege, sondern wird auch zu einem bewegten und bewegenden Heimatkundeunterricht.

Weimarer Straße


Und wären ich so darüber nachdenke, wie sich die Stadt und ihre Bewohner verändert, taucht links neben mir das Bürgerhaus Wilhelmsburg auf. Hoppla, das ging jetzt schneller als gedacht. Nur noch weniger Meter und ich bin wieder an meinem Startplatz angekommen.

Nur elf Minuten. Elf Minuten, um von der alten in neue Mitte Wilhelmsburgs zu gelangen. Auf so einer Strecke ist das Fahrrad einfach ideal. Besonders wenn das Wetter so schön ist, wie an diesem Früh-Apriltag.
Nur noch zwei Stadträder stehen an der Station 2713. Ich gebe mein Rad zurück und lege mich erstmal auf die Wiese daneben. Durchschnaufen. Was für eine Tour. Dreieinhalb Stunden hat sie gedauert. Zehn Stadtradstationen bin ich angefahren, habe meinen treuen Begleiter 7626 zehn Mal ver- und wieder entriegelt. 51 Kilometer habe ich absolviert, verrät mein GPS-Empfänger. Mein höchstes Tempo betrug 36,2 km/h. Die höchste Erhebung betrug knapp 40 Meter. Insgesamt 400 Höhenmeter soll ich gefahren sein - ein schwer zu glaubender Wert;  das Gramin hat das so berechnet. Kann aber nicht stimmen.

Das Fazit: Das Stadtradsystem ist eine feine Sache. Es ermöglicht eine gesunde und umweltschonende Mobilität. Und ist ausgesprochen kostengünstig. Es muss ja nicht zum Nulltarif sein. Ab der 31 Minute kostet jede weitere Minute acht Cent (HVV- und Bahncard-Besitzer zahlen sogar nur sechs Cent). Zwei Stunden Stadtradauseihe kosten also 4,80 Euro (3,60 Euro). Wer den ganzen Tag mietet, zahlt zwölf Euro. Und dann kann man die Rundtour ganz entspannt angehen, vielleicht einen Besuch im Stadtpark einstreuen. Oder im Zoo. Oder durch eine Hafenrundfahrt unterbrechen. Oder, oder, oder...

4 Kommentare:

  1. Moin,
    ein toller Bericht.Bei St. Pedali ´reinschauen gehört mitlerweile für mich zum Tagesablauf.Eine art-Fahrrad Tageszeitung.Ich bin ja gespannt,ob es dich auch mal zu den östlichen Fahrradläden (Max Lange,Ramme und Harrys Radstation )verschlägt.
    Gruß
    cm Fahrer

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  2. Hi, na da bin ich aber beim nächten mal auch mit von der Party.

    Gruß Christian vom ESK aus HH-Wilhelmsburg

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  3. Hallo Christian! Gerne doch; wir können dann ja alle 129 Stadtrad-Stationen abfahren ;-)

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  4. Na dann muß ich aber nen Brot mehr einpacken.

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