Samstag, 31. Mai 2014

Rad Race Hamburg: Gelungene Premiere an der Elbe

Rad Race steht in weißer Schrift auf schwarzen Flagge die stramm im Wind flattern. Die Rennserie feiert Premiere an der Elbe. Gefahren wird zu lauter Rockmusik im Kreis um alte Backsteingebäude an der Elbe - eine coole Radparty, die hoffentlich bald wiederholt wird.




Große Werbung haben die Macher nicht gemacht. Eine Internetseite, ein paar Flyer und viel Mundpropaganda, das musste reichen, um die Rennteilnehmer in den Brandshof zu locken. Noch ist der Bereich hinter der Oldtimer-Tankstelle in Rothenburgsort eine rustikale Gewerbegegend. Doch bald wird sich die Hafencity nach Osten bis an die Elbbrücken ausdehnen. Bis dann sollten sich die Rad Race-Macher einen neuen Austragungsort suchen. Momentan ist er ideal: Auf einem Rundkurs geht es um die alten Backsteingebäude über Kopfsteinpflaster, unter Eisenbahnbrücken und um Spitzkehren. Ein Teil des Kurses führt über den neuen Radweg, der direkt an der Elbe hinter den Großmarkthallen entlang führt.

Start zum ersten Qualirennen: Der spätere Sieger steht rechts. Letzter der
Fahrer ganz links. Obwohl ohne echte Rennmaschine wird er mit Respekt
behandelt und kriegt viel Applaus

35 Euro Startgebühr scheint auf den ersten Blick teuer zu sein. Doch die Organisatoren geben sich viel Mühe mit Streckensperrung. Erste-Hilfe-Versorgung und allem Drum-und-dran.

Um 15.30 Uhr fällt der Startschuss zum ersten Qualirennen. Sechs Fahrer stehen am Start. Es ist ein Rennen der Open-Kategorie, also Räder mit Schaltung. Fixie-Piloten haben anschließend ihre eigenen Läufe. In das erste Rennen hat sich sogar ein Teilnehmer mit einem Tourenrad gewagt. Berührungsängste hat er offenbar nicht. Denn der Rest des Feldes besteht aus veritablen Rennmaschinen. Überhebliche oder hämische Kommentare gibt es trotzdem nicht. Die Szene gibt sich tolerant. Jeder kann mitmachen. Gut so.


Rad Race in Hamburg: Der Rennkurs im Brandshof
war ideal gewählt


Im Fahrerlager wird Bier getrunken, gechillt, gequatscht. Eine lockere Stimmung. An einem Imbisswagen gibt es leckere Burger für 6,66 Euro. Außerdem kann man sich an einem Merchandising-Stand mit Rad-Race-Shirts und anderen Devotionalien versorgen.

Kopfsteinpflaster-Passagen würzen einige
Streckenabschnitte des Rundkurses
Zehn Runden werden gefahren, jede zweite Runde gibt es Punkte. Das soll zum taktischen Fahren animieren. Wird im ersten Rennen aber nicht praktiziert. Denn einer glüht vorne weg, der Rest sortiert sich dahinter. Überholmanöver? Fehlanzeige! Es gibt einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Und auch auf den Plätzen dahinter bleibt eigentlich alles wie in Runde eins. Zugegeben, es gibt spannendere Rennen.

Das der Fixie-Fahrer zum Beispiel, das gleich danach startet. Hier bleibt das Feld zunächst dichter zusammen und es gibt Positionskämpfe. Doch nach ein paar Runden hat sich auch hier das Feld sortiert.

Chillige Atmosphäre auf Schiffsscontainer
 Das Konzept hat seine Reize. Es verbindet ehrlichen Radsport mit angenehmer Partystimmung. Darum wünsche ich der neuen Rennserie viel Glück und hoffe auf eine baldige Wiederholung. Nicht nur Aktive, vor allem auch Schaulustige kommen auf ihre Kosten. Besonders wer sich für Fixie und Vintage-Renner interessiert, kann beim Rad Race tolle Maschinen bewundern.

High-Tech-Fixie beim Rad Race Hamburg

Start-Zielgerade beim Rad Race Hamburg




Positionskämpfe auf dem Brandshof in Hamburg

Radsport im Hamburger Hafen
Helm und Brille aus dem Bahnradsport

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