Samstag, 28. Mai 2016

Testtagebuch: Das Aldi-Rad im Alltag

"Rollt nicht gut", sagt meine Frau. Ein hartes Urteil über das kürzlich gekaufte Aldi Rad. Und ein Urteil, das ich nicht teile.
Was hat sie nur? Seit ein paar tagen fährt meine Gattin nun mit dem Aldi-Rad, kann sich mit dem Curtis aber einfach nicht anfreunden. "Ist zwar immer noch besser als S-Bahnfahren, aber viel Spaß macht es mir nicht", meint sie. Liegt es daran, dass ihr eigentliches Fahrrad ein Wanderer aus den 50r Jahren ist? Dieses Rad rollt tatsächlich dank sehr guter Lager ganz hervorragend und liegt ihr auch perfekt von Geometrie.

Ich finde das Aldi-Rad rollt ganz anständig. Vielleicht kann man das Abrollverhalten durch bessere Reifen noch optimieren. Aber für tägliche Strecken bis zehn Kilometer ist das Bike gut brauchbar. Nexus-7-Gang-Schaltung und Rücktrittbremse arbeiten tadellos. Nur die V-Brakes sind nicht so dolle. Sie packen zwar (noch) kraftvoll zu, verursachen aber vorne hässliche Quitschgeräusche. Das nervt.

Auch die Lenkerklemmung hätte werksseitig fester eingestellt sein müssen. Beim hochreißen des Lenkers bei der Überfahrt von Hindernissen hat er sich mehrfach um ein paar Millimeter unter lauten Quitschgeräuschen verstellt. Das kann sicherheitsgefährdend sein.

Auch neigt die vordere Bremsen erst nach gut 50 Kilometern dazu, leicht an der vorderen Felge zu schleifen. Wahrscheinlich hat sich das Vorderrad "gesetzt" und müsste nachzentriert werden. Egal, für 299 Euro darf man wahrscheinlich kein perfekt eingestelltes Fahrrad erwarten. Man sollte nur wissen, dass man mit solchen Kleinigkeiten rechnen muss.

Sitzkomfort, Kraftübertragung und Gepäcktransport - all das bietet wenig Anlass zur Klage. Bleibt die Frage nach der Langzeitqualität und Dauerhaltbarkeit. Vielleicht kann ja Leserinnen und Leser dazu etwas beisteuern. Ein vierwöchiger Alltagstest kann diese Frage nicht beantworten.


Kommentare:

  1. Ich mutmaße mal, dass das "rollt nicht gut" an der Nabenschaltung mit fehlendem direkten Gang liegt. Bei einer Nabenschaltung sucht man doch zum lässigen Dahinrollen immer (intuitiv) den direkten Gang. Der fehlende direkte bei der Nexus 7 kostet fünf bis zehn Watt. Das ist spürbar. Genau aus diesem Grund hätte ich zur Variante mit Kettenschaltung gegriffen.

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  2. Eine unsaubere Fahrt kommt manchmal auch durch sehr weiche Federung oder wie du schon sagtest die falsche Bereifung. Aber für 299 Euro sollte man schließlich auch kein Profirad erwarten, trotzdem sind günstige Räder nicht immer direkt schlecht. Mein Bruder hat sich vor kurzem ein Mountainbike gekauft, aber eins vom Baumarkt (ebenfalls günstig). Bisher macht es einen guten Job :)

    Ich lass mal liebe Grüße da!

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