Dienstag, 15. Oktober 2019

Hamburg startet Lastenrad-Förderung: Schlange stehen für Cargobike-Finanzierung

Cargobikes für Familien und Transporte aller Art werden in Hamburg ab sofort gefördert.
15. Oktober 2019: Heute ist die Lastenrad-Förderung der Stadt Hamburg gestartet! Unter #moinzukunft möchte die Behörde für Umwelt und Energie von Senator Jens Kerstan (B90/Grüne) dem Cargobike durch eine finanzielle Förderung zum Durchbruch als alternatives Verkehrsmittel verhelfen. Die Nachfrage nach den Zuschüssen ist gewaltig.

Das Haus Besenbinderhof 31 ist ein eher schmuckloses 70er-Jahre-Gebäude: mehrgeschossig, verschachtelt, schmucklos, funktional. Vorm Eingang eine große, grünangelaufene Statue, die Besucher mit einer großen Geste empfängt. Dahinter ein Schild mit der Aufschrift "Hamburgische Investitions- und Förderbank" (IFB).
Kombinierter Lasten- und Personentransport dürfte eigentlich besonders Förderungswürdig sein

Aha, hier geht es also um Geld. Doch wie eine richtige Bank wirkt die Adresse zwischen DGB und Agentur für Arbeit nicht. Die kleine Drehtür ist holzvertäfelt. Dahinter sitzt ein Pförtner in Freizeitkleidung, der wild mit den Armen gestikuliert: "Halt, Roller dürfen hier nicht rein", sagt er mit strenger Stimme als ich versuche, meinen E-Scooter durch die Tür zu schieben. So kann man sich täuschen - keine Uniform und trotzdem eine Autorität.

Doch der Mann mit der Kasernenhofstimme ist netter als der erste Eindruck vermuten lässt. "Sie sind spät dran", sagt er als ich ihm meinen Antrag für Lastenrad-Förderung in die Hand drücke. Spät dran? Wie jetzt? Es ist 14 Uhr. Und heute ist der erste Tag, an dem Anträge entgegen genommen werden.

"Die ersten standen schon um sieben Uhr vor der Tür." Dabei macht die IFB erst um acht auf. Und die Schlange sei sehr lang gewesen, schiebt der nette Pförtner hinterher Dann breitet er die Arme aus wie ein Angler, der am Stammtisch von seinem Rekordfang prahlt. Ja, den Typ kann man sich gut vorstellen wie er am Wochenende mit Rute und Gummistiefeln an der Elbe auf Aale geht.

Doch seine Ansage ist kein Anglerlatein. Mehrere hundert Anträge seien heute am Starttag der Förderung eingegangen. Kein Wunder, denn das Vergabe läuft nach First-come-first-serve-Prinzpien. Oder: Wer zu spät kommt, kriegt keine Förderkohle.
Kinder lieben Cargobikes. Bald dürften solche Bilder in Hamburg häufiger werden

Bei Hamburger Lastenrad-Händler wie Velo 54 und Ahoi Corgobike haben sich darum die Mitarbeiter die Finger wund geschrieben. Die Kunden wollen Kostenvoranschläge, denn die sind nötig, um den Antrag formgerecht einreichen zu können.

Für Lastenräder mit reinem Muskelantrieb gibt's 500 Euro Zuschuss.
Bei E-Cargobike sind es 2000 Euro.

Und das muss eingereicht werden:
-Kostenvoraschlag für das gewünschte Lastenrad
-Kopie Personalausweis
-Begründung, warum das Lastenrad die Kriterien für Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit erfüllt
-Antrag mit eigenhändiger Unterschrift

Neben einem Cargobike kann auch ein Antrag für einen Lastenanhänger gestellt werden. Bei Bewilligung gibt es 500 Euro. Wer darüberhinaus einen Pkw verschrottet (Mindesthaltedauer 6 Monate) bekommt weitere 500 Euro.

Und jetzt? Bitte warten!


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